Brigitte S.

Meine Mutter war immer ein Mensch voller Wärme. Als Masseurin hat sie nicht nur mit
ihren Händen gearbeitet – sie hat Menschen berührt, ihnen gutgetan, ihnen Zeit und
Aufmerksamkeit geschenkt. Der Kontakt zu anderen war für sie nie nur ein Teil des
Berufs, sondern ein Teil ihres Wesens.
Im Sommer 2025 begann sich alles zu verändern. Zuerst waren es kleine
Gedächtnislücken, Dinge, die man vielleicht noch verdrängt. Doch dann wurden ihre
Hände schwächer. Die Kraft in ihren Armen ließ nach – schleichend, aber unaufhaltsam.
Innerhalb weniger Monate verlor sie die Fähigkeit, das zu tun, was sie immer
ausgezeichnet hat: zu greifen, zu halten, zu helfen.
Und mit der körperlichen Veränderung kam auch der Rückzug. Der Mensch, der das
Leben und andere Menschen so geliebt hat, wollte plötzlich nicht mehr unter Leute
gehen.
Wir suchten Antworten. Wir gingen von Arzt zu Arzt, hielten an jeder Hoffnung fest – bis
wir schließlich in der Uniklinik Augsburg die Diagnose erhielten: eine motoneuronale
Erkrankung.
Dieser Moment hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen. Und doch war da
gleichzeitig etwas wie Erleichterung – endlich zu wissen, womit wir es zu tun haben.
Was danach kam, hätten wir allein nicht geschafft.
Der Kontakt zum ALS-Verein hat für uns alles verändert. Frau Richter kam zu uns – nicht
nur als Fachperson, sondern als Mensch, der versteht. Sie hat uns nicht nur informiert,
sondern uns an die Hand genommen. In einer Zeit voller Angst, Überforderung und
Hilflosigkeit war sie plötzlich da – ruhig, klar, verlässlich.
Bis heute genügt eine Nachricht, und sie meldet sich zurück. Dieses Gefühl, nicht allein
zu sein, ist für uns unbezahlbar.
Durch ihre Erfahrung wusste sie sofort, was jetzt wichtig ist. Sie hat uns geholfen, die
richtigen Entscheidungen zu treffen, die passenden Hilfsmittel zu organisieren und die
notwendige Pflege auf den Weg zu bringen.
Heute ist meine Mutter auf eine 24-Stunden-Betreuung angewiesen. Atemmaske,
Hustenassistent, Nacken- und Handschiene, Rollstuhl – Dinge, die unser Leben
innerhalb kürzester Zeit komplett verändert haben. Die Krankheit schreitet schnell
voran, schneller, als wir es begreifen können.
Ohne diese Unterstützung wären wir verloren gewesen – organisatorisch, aber vor allem
auch emotional.
Dank dieser Hilfe können wir heute das tun, was wirklich zählt: für meine Mutter da sein.
Sie begleiten. Zeit mit ihr verbringen. Nicht im Papierkram untergehen, sondern im Hier
und Jetzt sein.
Unbedingt möchte ich hier auch den Pflegedienst AKP Breitling nennen, der für uns eine
große Stütze geworden. Neben der fachlichen Kompetenz ist es vor allem die
Menschlichkeit, die den Unterschied macht. Dieses Zusammenspiel aus Unterstützung,
Fürsorge und Verständnis gibt uns Halt in einer Zeit, die so schwer zu tragen ist.
Wir wissen, dass wir uns auf einem Weg befinden, den niemand gehen möchte. Aber wir
müssen ihn nicht allein gehen…

Und dafür sind wir unendlich DANKbar!