Ein herzliches Dankeschön an die ALS-Hilfe Bayern und ganz besonders an Jana Richter

Liebe ALS-Hilfe Bayern,

im Januar 2025 erhielt ich die Diagnose Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Eine Diagnose, die unser Leben von einem Tag auf den anderen grundlegend veränderte.

Da unsere Familie und insbesondere unsere Kinder in Deutschland leben, entschieden meine Frau Vera und ich uns, nach siebzehn Jahren in Kanada im November 2025 in unsere Heimat zurückzukehren.

Was uns zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst war, waren die gesetzlichen Voraussetzungen der deutschen Pflegeversicherung. Um Leistungen aus der Pflegeversicherung zu erhalten, muss man innerhalb der letzten zehn Jahre mindestens zwei Jahre versichert gewesen sein. Diese Voraussetzung erfüllen wir aufgrund unseres langjährigen Aufenthalts in Kanada nicht. Die vierzehn Jahre, in denen wir vor unserer Auswanderung in die deutsche Pflegeversicherung eingezahlt hatten, werden dabei nicht berücksichtigt.

Eine Situation, die uns angesichts meiner fortschreitenden Erkrankung vor große Herausforderungen stellt.

Mein Gesundheitszustand hat sich in den vergangenen Monaten zunehmend verschlechtert. Inzwischen ist meine Frau Vera körperlich und emotional an ihre Grenzen gelangt. So sehr sie sich auch bemüht und mit wie viel Liebe und Hingabe sie mich täglich versorgt, die Pflege ist mittlerweile zu umfangreich geworden, um sie alleine bewältigen zu können.

In Gesprächen mit dem Friedrich-Baur-Institut versuchten wir deshalb, eine intensivere pflegerische Unterstützung zu erhalten. Leider blieben unsere Bemühungen zunächst ohne Erfolg.

In dieser schwierigen Situation wandten wir uns erneut an Jana Richter, die uns bereits zuvor immer wieder mit Rat und Tat zur Seite gestanden hatte.

Was Jana in den darauffolgenden Wochen und Monaten für uns geleistet hat, lässt sich kaum in Worte fassen.

Mit einer außergewöhnlichen Hartnäckigkeit, unermüdlichem Einsatz und vor allem mit einem großen Herzen hat sie sich für unsere Situation eingesetzt. Sie hat unzählige Stunden investiert, Gespräche geführt, nach Lösungen gesucht und sich auch von Rückschlägen nicht entmutigen lassen.

Dabei ging ihr Engagement weit über das hinaus, was man selbstverständlich erwarten könnte. Sie hat nicht nur unsere schwierige Situation verstanden, sondern auch erkannt, wie dringend meine Frau Entlastung und ich die notwendige pflegerische Versorgung benötige.

Jana hat uns niemals das Gefühl gegeben, mit unseren Sorgen und Problemen alleine zu sein.

Gerade wenn man mit einer unheilbaren und fortschreitenden Erkrankung wie ALS lebt, bedeutet eine solche Unterstützung unendlich viel. Es geht nicht nur um Anträge, gesetzliche Bestimmungen oder Pflegeleistungen. Es geht um Lebensqualität, um Würde und darum, die verbleibende gemeinsame Zeit möglichst sorgenfrei und lebenswert gestalten zu können.

Liebe Jana,

Vera und ich möchten dir von ganzem Herzen danken. Für deine Geduld, deine Beharrlichkeit, deine Menschlichkeit und vor allem für die unzähligen Stunden, die du für uns aufgebracht hast.

Wir wissen nicht, wo wir heute ohne deine Unterstützung stehen würden. Du hast uns in einer Zeit geholfen, in der wir selbst kaum noch wussten, wie es weitergehen sollte.

Menschen wie du machen einen Unterschied im Leben anderer. Und in unserem Leben hast du einen ganz besonderen Unterschied gemacht.

Dafür empfinden wir eine tiefe und aufrichtige Dankbarkeit.

Auch der gesamten ALS-Hilfe Bayern möchten wir unseren herzlichen Dank aussprechen. Eure Arbeit, euer Engagement und eure Unterstützung für Menschen mit ALS und deren Angehörige sind von unschätzbarem Wert.

Es ist ein beruhigendes und wertvolles Gefühl, euch an unserer Seite zu wissen.

Vielen Dank für alles, was ihr für uns und so viele andere ALS-Betroffene leistet.

Mit herzlichen Grüßen und großer Dankbarkeit

Georg und Vera Oberprieler